Ein gutes Anschreiben beantwortet in wenigen Sätzen eine einzige Frage: Warum bist du für genau diese Stelle die richtige Wahl? Der Lebenslauf zeigt, was du gemacht hast. Das Anschreiben zeigt, warum das für diesen Arbeitgeber relevant ist. Die meisten Vorlagen beantworten diese Frage nicht, sie füllen nur eine Seite.

Wofür ein Anschreiben eigentlich da ist

Der Lebenslauf listet Stationen, Projekte und Ergebnisse. Das Anschreiben ordnet diese Fakten für eine konkrete Stelle ein: Welche zwei oder drei Punkte aus dem Lebenslauf sind für genau diese Position am relevantesten, und warum. Ohne diese Einordnung muss der Arbeitgeber selbst die Verbindung herstellen, und viele tun das nicht, sie lesen einfach weiter zur nächsten Bewerbung.

Dazu kommt die zweite Aufgabe: Das Anschreiben beantwortet offene Entscheidungsfragen des Arbeitgebers. Nach der Logik des Kurses „Dein LebensLAUF zum Traumjob“ sind das Erreichbarkeit, möglicher Eintrittstermin, Kündigungsfrist, Umzugsbereitschaft, die Motivation für das Zielunternehmen und, wenn die Anzeige es verlangt, der Gehaltswunsch. Wie du dabei vorgehst, steht in Gehaltsvorstellung angeben.

Sind Anschreiben noch zeitgemäß?

Ja, aber sie werden seltener zur Pflicht. Eine Auswertung der Recruiting-Plattform Taledo von 2020 zu IT-Stellen bei den 50 umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands fand, dass nur noch 28 % ein Anschreiben ausdrücklich verlangten, 64 % stellten es frei (Quelle: Taledo, 2020). Die Zahl gilt nur für diesen Ausschnitt und ist einige Jahre alt, sie zeigt aber die Richtung. Für dich heißt das: Verlangt die Anzeige ein Anschreiben, schreib eins. Ist es freiwillig, nutze es als Chance, dich von Bewerbungen abzuheben, die nur den Lebenslauf schicken. Den Sonderfall Motivationsschreiben erklärt Motivationsschreiben.

Der häufigste Fehler: Wiederholung statt Ergänzung

Die meisten schwachen Anschreiben fassen den Lebenslauf in Fließtext-Form noch einmal zusammen, „ich habe fünf Jahre im Projektmanagement gearbeitet und dabei Teams geführt". Das steht bereits im Lebenslauf. Ein starkes Anschreiben ergänzt stattdessen den Kontext, der dort fehlt: warum diese Erfahrung für genau diese Stelle zählt, welche Motivation dahintersteht, was am konkreten Unternehmen reizt.

SchwachStärker
„Hiermit bewerbe ich mich auf die ausgeschriebene Stelle.“„Ihre Anzeige sucht jemanden, der [Aufgabe] verantwortet. Genau das mache ich seit [Jahren].“
„Ich bin teamfähig und flexibel.“„Ich habe ein Team von [Anzahl] Personen durch [Situation] geführt und dabei [Ergebnis] erreicht.“
„Ihr innovatives Unternehmen reizt mich.“„An [Produkt oder Projekt] reizt mich, dass [konkreter Grund].“
„Über eine Einladung würde ich mich freuen.“„Ich freue mich auf ein Gespräch und bin ab [Datum] verfügbar.“

Die Klammern sind Platzhalter: Setze eigene, belegbare Angaben ein, keine Musterphrasen.

Schon einen Lebenslauf, aber unsicher beim Anschreiben? „Dein LebensLAUF zum Traumjob" zeigt dir, wie du deine Erfahrung so aufbereitest, dass sie sich in Lebenslauf und Anschreiben gleichermaßen überzeugend nutzen lässt, für 49 €.

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Der Aufbau, der funktioniert

So schreibt man ein Anschreiben für eine Bewerbung in vier Schritten plus Kopfzeile:

Kopf und AnredeKontakt, Datum, Stelle und Kennziffer im Betreff,persönliche Anrede mit dem richtigen Namen1Einstieg ohne FloskelKonkreter Bezug zur Stelle oder starker erster Satz2Zwei bis drei BelegeErgebnisse, die für genau diese Stelle zählen3Bezug zum UnternehmenEhrlicher, konkreter Grund statt Floskel4Abschluss mit ZusatzinfosEintrittstermin, Gehaltswunsch nur wenn verlangt,klarer Hinweis auf ein Gespräch
Aufbau eines Anschreibens als Blockdiagramm: vom Briefkopf bis zum Abschluss.
  1. Einstieg ohne Floskel. Kein „hiermit bewerbe ich mich", sondern direkt der konkrete Bezug zur Stelle oder ein prägnanter erster Satz zur eigenen Erfahrung. Beispiele dafür und für den letzten Satz stehen in Einleitungssatz und Schlusssatz im Anschreiben.
  2. Zwei bis drei relevante Belege. Konkrete Ergebnisse aus dem bisherigen Berufsleben, ausgewählt danach, was für diese Stelle zählt, nicht nach persönlicher Lieblingsleistung.
  3. Bezug zum Unternehmen. Ein kurzer, ehrlicher Grund, warum gerade dieses Unternehmen interessant ist, allgemeine Floskeln wie „innovatives Unternehmen" wirken austauschbar.
  4. Klarer Abschluss. Kein Konjunktiv, keine Unterwürfigkeit, ein direkter Hinweis auf die Verfügbarkeit für ein Gespräch reicht.

Eine Seite, meist drei bis fünf kurze Absätze. Länger wird selten vollständig gelesen.

Das kurze Anschreiben und die Bewerbung per E-Mail

Wenn du ein kurzes Anschreiben schreiben willst, gilt: weniger Text, dieselben Bausteine. Nach dem Kurs kann eine kurze E-Mail das klassische Anschreiben häufig ersetzen, sofern das Bewerbungsportal keine separate Datei verlangt. Dafür brauchst du:

  • eine eindeutige Betreffzeile mit Positionsbezeichnung und gegebenenfalls Jobnummer,
  • die persönliche Anrede des genannten Ansprechpartners, richtig geschrieben,
  • drei bis vier Sätze mit Bezug zur Stelle, deinem stärksten Beleg und dem Gesprächswunsch,
  • eine Signatur mit Name, Anschrift, E-Mail-Adresse und Telefonnummer.

Eine kurze, fehlerfreie und eindeutig zuordenbare Bewerbungs-E-Mail wirkt stärker als ein langer Standardtext. Bei vertraulichen Bewerbungen und Initiativbewerbungen helfen dir die Hinweise in Initiativbewerbung.

Wie schreibt man ein Bewerbungsschreiben heute?

„Bewerbungsschreiben“ ist im Deutschen ein anderes Wort für das Anschreiben. Heute bedeutet das vor allem drei Dinge: Du beantwortest jede Anforderung der Anzeige, die im Lebenslauf nicht offensichtlich ist. Du sprichst eine konkrete Person an, statt „Sehr geehrte Damen und Herren“ zu schreiben, wenn ein Name genannt ist. Und du passt Datei oder Text an den Weg an, den das Unternehmen vorgibt, ob Portal, E-Mail oder Upload. Auf Englisch gelten andere Regeln, die erklärt Bewerbung auf Englisch.

Warum ein KI-Tool das nicht allein lösen kann

Ein KI-Tool formuliert flüssig, kennt aber weder deine konkreten Ergebnisse noch den spezifischen Grund, warum du zu genau dieser Stelle passt. Ohne diese Informationen wirkt das Ergebnis meist austauschbar, unabhängig davon, wie elegant die Sätze klingen. Die eigentliche Arbeit, herauszufinden, welche zwei oder drei Punkte zählen, bleibt bei dir. Nutze KI für einen ersten Entwurf: Gib ihr die Stellenanzeige, dein Ziel und die Bitte, kurz und prägnant zu schreiben, und überarbeite das Ergebnis dann fachlich und sprachlich.

Wie du KI trotzdem sinnvoll nutzt, mit sieben Prompts zum Kopieren, zeigt Bewerbung mit KI und ChatGPT.

Häufige Fragen zum Anschreiben

Braucht man 2026 noch ein Anschreiben?

In den meisten Bewerbungsprozessen ja, auch wenn nicht jedes Unternehmen es explizit verlangt. Ein gutes Anschreiben beantwortet in wenigen Sätzen, warum genau du für diese Stelle die richtige Wahl bist, das leistet der Lebenslauf allein nicht.

Wie schreibt man ein Anschreiben für eine Bewerbung?

Mit Kopfzeile und persönlicher Anrede, einem Einstieg ohne Floskel, zwei bis drei Belegen für genau diese Stelle, einem konkreten Bezug zum Unternehmen und einem klaren Abschluss mit Gesprächswunsch.

Wie lang sollte ein Anschreiben sein?

Eine Seite, meist drei bis fünf kurze Absätze. Länger wird selten vollständig gelesen, kürzer wirkt oft zu austauschbar.

Wie schreibe ich ein kurzes Anschreiben für eine Bewerbung?

Nutze dieselben Bausteine mit weniger Text: Bezug zur Stelle, dein stärkster Beleg, ein Satz zum Unternehmen und der Gesprächswunsch. Bei einer Bewerbung per E-Mail reichen oft drei bis vier Sätze mit eindeutiger Betreffzeile und Signatur.

Wie schreibt man ein Bewerbungsschreiben heute?

Persönlich adressiert, auf die Anforderungen der Anzeige zugeschnitten und ohne Wiederholung des Lebenslaufs. Halte dich an den Weg, den das Unternehmen vorgibt, etwa Portal oder E-Mail.

Ist ein KI-generiertes Anschreiben genauso gut?

Ein KI-Tool formuliert flüssig, kennt aber nicht deine konkreten Ergebnisse und den spezifischen Grund, warum du zu genau dieser Stelle passt. Ohne diese Informationen wirkt das Ergebnis meist austauschbar, egal wie gut formuliert.

Was gehört auf keinen Fall ins Anschreiben?

Eine Wiederholung des Lebenslaufs in Fließtext-Form. Das Anschreiben soll ergänzen, nicht zusammenfassen, was ohnehin schon im Lebenslauf steht.

Quellen

Keine Jobgarantie. Ergebnisse hängen von deiner Umsetzung ab. Autor: Rolf Bleisteiner (Mr. Lebenslauf), Inhaber expert-careers (Personalberatung für Maschinenbau und industrielle Spitzentechnologie seit 2018) und Mitinhaber expert-academy. Weiterführend: Lebenslauf schreiben lassen: Lohnt sich das?

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt.

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