Eine gute E-Mail-Bewerbung hat einen eindeutigen Betreff, eine persönliche Anrede mit Namen, einen kurzen Mailtext, der das Anschreiben ersetzt, und einen Lebenslauf als PDF im Anhang. Sie kommt in wenigen Sätzen auf den Punkt: wer du bist, warum du schreibst und was du dir wünschst. Wer zusätzlich ein Anschreiben anhängt, das dasselbe sagt, lässt den Empfänger zweimal lesen.
Wann du per E-Mail bewirbst
Bewerbungen per E-Mail sind heute ganz normal. Viele größere Unternehmen nutzen allerdings ein Bewerbungsportal. Dann gilt: Wenn die Stellenanzeige ein Portal nennt, nutzt du das Portal. Eine zusätzliche Mail an die Personalabteilung bringt dich nicht schneller nach vorne.
Die E-Mail ist der richtige Weg, wenn
- die Anzeige ausdrücklich eine E-Mail-Adresse für Bewerbungen nennt,
- du dich initiativ bewirbst und eine konkrete Ansprechperson gefunden hast,
- dich jemand nach einem Gespräch, etwa auf einer Messe oder per Telefon, um deine Unterlagen bittet,
- du dich bei einem Personalberater meldest, der eine Stelle betreut.
Aufbau einer E-Mail-Bewerbung
Aus Sicht des Empfängers ist die Mail das Erste, was er von dir sieht, noch vor dem Lebenslauf. Sie entscheidet, ob der Anhang überhaupt geöffnet wird. Deshalb lohnt sich jede der fünf Zeilen oben.
Der Betreff
Der Betreff muss sofort zeigen, worum es geht, auch in einem vollen Postfach. Bewährt hat sich: Bewerbung als [Stelle], Kennziffer [Nummer], [Vorname Nachname]. Gibt es keine Kennziffer, lässt du sie weg. Bei einer Initiativbewerbung schreibst du „Initiativbewerbung als [Rolle] im Bereich [Bereich]“.
Nicht in den Betreff gehören Eigenlob und Werbesprache. „Erfahrener Top-Vertriebler sucht neue Herausforderung“ wirkt wie ein Werbebrief und landet schnell im Papierkorb. Der Betreff soll einordnen, nicht verkaufen. Das Verkaufen übernehmen deine Ergebnisse im Lebenslauf.
Die Anrede
Schreib die Person mit Namen an, die für die Stelle zuständig ist. Steht der Name in der Anzeige, nutzt du ihn und prüfst die Schreibweise. Steht er nicht dort, lohnt sich eine kurze Suche auf der Karriereseite, auf LinkedIn oder ein Anruf beim Empfang.
„Sehr geehrte Damen und Herren“ ist bei einer Antwort auf eine Anzeige ohne Namen in Ordnung. Bei einer Initiativbewerbung oder einer Mail an einen Personalberater wirkt es dagegen wie ein Serienbrief. Wer sich nicht die Mühe macht, den Empfänger herauszufinden, zeigt, dass er es nicht ganz ernst meint.
Bleib beim Sie, auch wenn das Unternehmen in der Anzeige duzt oder du die Person auf LinkedIn gesehen hast. Das Du bietet dir der Empfänger an, nicht umgekehrt. Duzt dich die Anzeige ausdrücklich und das ganze Unternehmen arbeitet so, ist „Hallo Frau [Name]“ ein guter Mittelweg.
Der Mailtext: kurz und auf den Punkt
Der Mailtext ist dein Anschreiben, nur kürzer. Er beantwortet drei Fragen: Warum schreibst du? Wer bist du? Was wünschst du dir? Drei bis fünf kurze Absätze reichen, auf dem Bildschirm ohne Scrollen lesbar. Alles Weitere steht im Lebenslauf.
- Einstieg mit Anlass: die Stelle, ein Gespräch, ein Projekt des Unternehmens. Nicht „hiermit bewerbe ich mich“.
- Dein stärkster Beleg: ein Ergebnis, das zur Stelle passt, mit Zahl, wenn möglich.
- Verfügbarkeit: Kündigungsfrist oder frühester Starttermin. Bist du freigestellt und kurzfristig verfügbar, sag das offen. Es kommt ohnehin heraus und ist oft ein Vorteil.
- Gehaltsvorstellung, wenn die Anzeige danach fragt. Wie du sie formulierst, steht in Gehaltsvorstellung angeben.
- Schluss mit nächstem Schritt: ein Gespräch, ein kurzes Telefonat.
Verlangt die Anzeige ausdrücklich ein Anschreiben als Datei, hängst du es an und hältst die Mail selbst sehr kurz: zwei bis drei Sätze mit Bezug zur Stelle und einem Hinweis auf die Unterlagen. So liest niemand zweimal dasselbe. Wie ein vollständiges Anschreiben aufgebaut ist, zeigt Anschreiben schreiben.
Muster zum Anpassen
Die Klammern sind Platzhalter. Ersetze sie durch deine eigenen, belegbaren Angaben, sonst klingt der Text wie jede andere Vorlage.
Betreff: Bewerbung als Projektleiter Anlagenbau, Kennziffer [Nummer], [Vorname Nachname]
Sehr geehrte Frau [Name],
Sie suchen eine Projektleitung, die Anlagen vom Auftrag bis zur Abnahme verantwortet. Genau das mache ich seit [Jahren] bei [Unternehmen], zuletzt für Projekte bis [Volumen].
Im letzten Jahr habe ich [Projekt] mit einem Team von [Anzahl] Personen [Zeitraum] vor Plan abgeschlossen. Mehr dazu und zu meinem Werdegang finden Sie im angehängten Lebenslauf.
Meine Kündigungsfrist beträgt [Frist], ein Wechsel ist zum [Datum] möglich. Über ein Gespräch freue ich mich, gern auch zuerst kurz am Telefon.
Mit freundlichen Grüßen
[Vorname Nachname]
[Telefonnummer] · [LinkedIn-Profil]
Für eine besonders knappe Variante, etwa nach einem Messegespräch, hilft Kurzbewerbung. Gute erste und letzte Sätze sammelt Einleitungssatz und Schlusssatz im Anschreiben.
Anhang: Dateien, Name, Größe
| Punkt | So machst du es richtig |
|---|---|
| Format | PDF, keine Word-Datei und keine Fotos vom Handy |
| Anzahl | am besten eine Datei: Lebenslauf, dahinter Zeugnisse, wenn verlangt |
| Dateiname | mit deinem Namen, zum Beispiel „Lebenslauf_Vorname_Nachname.pdf“ |
| Größe | so klein wie möglich, eine Grenze aus der Anzeige hältst du ein |
| Links | kein Download-Link zu einer Cloud und keine Plattform, für die man sich einloggen muss |
| Video | nur, wenn ausdrücklich gewünscht. Ein Text lässt sich in Sekunden überfliegen, ein Video nicht |
| Absender | seriöse private Adresse mit deinem Namen, nie die Adresse deines Arbeitgebers |
Ob dein PDF auch in Bewerbermanagementsystemen gut gelesen wird, prüfst du mit den Hinweisen in ATS-Lebenslauf. Schick die Mail vor dem Versand einmal an dich selbst und öffne den Anhang auf dem Handy. So siehst du, was der Empfänger sieht.
Die Mail ist kurz, der Lebenslauf muss überzeugen. Im Lebenslauf-Check von Mr. Lebenslauf bekommst du persönliches Video-Feedback von Rolf Bleisteiner, für 97 €.
Lebenslauf-Check ansehenFehler, die sofort aussortiert werden
Aus der Personalberatung kennen wir die Mails, die gar nicht erst beantwortet werden. Fast immer ist es einer dieser Punkte:
- Serienmail: derselbe Text an viele Firmen, womöglich mit allen Empfängern sichtbar im Adressfeld.
- Leere Mail: nur ein Anhang und ein Satz wie „anbei meine Unterlagen“.
- Floskeln statt Inhalt: „Sie suchen eine leistungsstarke Persönlichkeit? Dann bin ich die Richtige.“ Oder: „Ich weiß, Sie haben wenig Zeit.“ Beides kostet Zeit und sagt nichts.
- Abgeschriebene Vorlagen: Wer viele Bewerbungen liest, erkennt Mustertexte aus dem Netz nach dem ersten Satz.
- Tipp- und Kommafehler, vor allem im Namen des Empfängers. Lass die Mail gegenlesen oder lies sie laut vor.
- Zu lang: Wer erst im dritten Absatz sagt, worum es geht, hat den Leser verloren.
- Das Wichtigste verschweigen: Freistellung, Kündigungsfrist oder Wohnortwechsel gehören kurz in die Mail, wenn sie für die Stelle eine Rolle spielen.
Bleibt nach etwa zwei Wochen eine Antwort aus, darfst du freundlich nachfragen. Mustertexte dafür stehen in Bewerbung nachfragen.
Häufige Fragen zur E-Mail-Bewerbung
Kann man Bewerbungen per E-Mail schicken?
Ja, das ist heute üblich. Nennt die Stellenanzeige aber ein Bewerbungsportal, nutzt du das Portal. Per E-Mail bewirbst du dich, wenn die Anzeige eine Adresse nennt, bei Initiativbewerbungen, nach einem persönlichen Kontakt oder bei einem Personalberater.
Schreibt man das Anschreiben in die E-Mail oder in den Anhang?
In die E-Mail. Der Mailtext ersetzt das Anschreiben, der Lebenslauf hängt als PDF an. Ein zusätzliches Anschreiben mit demselben Inhalt im Anhang bedeutet doppelte Lesearbeit. Nur wenn die Anzeige ausdrücklich ein Anschreiben als Datei verlangt, hängst du es an und hältst die Mail sehr kurz.
Soll man eine Bewerbung als PDF schicken?
Ja. Ein PDF sieht auf jedem Gerät gleich aus und lässt sich nicht versehentlich verändern. Am besten fasst du Lebenslauf und gegebenenfalls Zeugnisse in einer Datei mit deinem Namen im Dateinamen zusammen.
Was schreibt man in den Betreff einer E-Mail-Bewerbung?
Die Stelle, die Kennziffer, falls es eine gibt, und deinen Namen, zum Beispiel „Bewerbung als Projektleiter Anlagenbau, Kennziffer 1234, Max Muster“. Eigenlob und Werbesprache gehören nicht in den Betreff.
Was, wenn ich keinen Ansprechpartner finde?
Erst suchen: Karriereseite, LinkedIn oder ein kurzer Anruf beim Empfang. Bleibt die Suche erfolglos, ist „Sehr geehrte Damen und Herren“ bei einer Antwort auf eine Anzeige in Ordnung. Bei einer Initiativbewerbung solltest du ohne Namen besser nicht schreiben.
Wie lang darf eine E-Mail-Bewerbung sein?
Drei bis fünf kurze Absätze, auf dem Bildschirm möglichst ohne Scrollen lesbar. Die Mail sagt, warum du schreibst, wer du bist und was du dir wünschst. Alles Weitere steht im Lebenslauf.
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Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt.
