Ein Aufhebungsvertrag beendet ein Arbeitsverhältnis einvernehmlich, statt einseitig zu kündigen. Die rechtlichen und finanziellen Details, Abfindung, Kündigungsfristen, Sperrzeit beim Arbeitslosengeld, gehören in die Hände einer Rechtsberatung, nicht in diesen Artikel. Worüber wir aus 17 Jahren Personalberatung etwas zu sagen haben: was vor der Unterschrift und danach beruflich zählt.

Was ein Aufhebungsvertrag ist, kurz erklärt

Anders als bei einer Kündigung, die von einer Seite ausgesprochen wird, einigen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer bei einem Aufhebungsvertrag gemeinsam darauf, das Arbeitsverhältnis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu beenden. Häufig im Rahmen einer Reorganisation, eines Stellenabbaus oder wenn beide Seiten erkennen, dass die Zusammenarbeit nicht mehr passt. Weil du dem Vertrag zustimmen musst, hast du im Gegensatz zu einer Kündigung eine Entscheidung zu treffen, und genau darauf solltest du dich vorbereiten.

Was dieser Artikel bewusst nicht behandelt

Ob eine angebotene Abfindung angemessen ist, welche Fristen gelten, ob in deinem Fall eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld droht und wie sich das steuerlich auswirkt: das sind wichtige Fragen, die eine Rechtsberatung oder ein Fachanwalt für Arbeitsrecht individuell prüfen muss. Die gesetzlichen Grundregeln zur Sperrzeit fassen wir unten zusammen, damit du weißt, wonach du fragen solltest. Wir sind Personalberater, keine Juristen, und wollen hier keine pauschalen Aussagen treffen, die im Einzelfall falsch sein können.

Vor- und Nachteile aus Karrieresicht

Ob ein Aufhebungsvertrag besser ist als eine Kündigung, lässt sich nicht pauschal sagen. Aus Sicht deines Weges hilft diese Gegenüberstellung:

AspektKann für den Vertrag sprechenKann dagegen sprechen
ZeugnisInhalt und Note lassen sich im Vertrag regelnOhne Regelung bleibt es offen
ZeitFreistellung und Termin sind verhandelbarEin Ende mit kurzer Frist erhöht den Druck
Erklärung im Lebenslauf„Einvernehmlich“ klingt sachlichNachfragen im Gespräch bleiben möglich
ArbeitslosengeldBei wichtigem Grund keine SperrzeitSperrzeit von grundsätzlich zwölf Wochen möglich
GeldAbfindung ist VerhandlungssacheKein Automatismus, kein pauschaler Betrag

Der wichtigste Risikopunkt betrifft das Arbeitslosengeld. Was dabei gilt, steht im nächsten Abschnitt Aufhebungsvertrag und Sperrzeit.

Aufhebungsvertrag und Sperrzeit

Nach den fachlichen Weisungen der Bundesagentur für Arbeit gilt der Abschluss eines Aufhebungsvertrags als Lösung des Beschäftigungsverhältnisses durch dich. Die Agentur nennt auf ihrer Seite zum Arbeitslosengeld ausdrücklich den Fall, dass du einen Aufhebungsvertrag unterschrieben und beispielsweise eine Abfindung erhalten hast. Hast du dafür keinen wichtigen Grund, ruht der Anspruch auf Arbeitslosengeld für die Dauer einer Sperrzeit (§ 159 SGB III). Die wichtigsten Punkte:

PunktWas giltGrundlage
Dauer der SperrzeitBei Arbeitsaufgabe grundsätzlich zwölf Wochen. Sie verkürzt sich auf drei Wochen, wenn das Arbeitsverhältnis innerhalb von sechs Wochen ohnehin geendet hätte, und auf sechs Wochen in weiteren gesetzlich genannten Fällen, etwa bei besonderer Härte.§ 159 Absatz 3 SGB III
Weniger AnspruchstageDie Sperrzeit verschiebt das Arbeitslosengeld nicht nur. Die Anspruchsdauer mindert sich um die Tage der Sperrzeit, bei zwölf Wochen mindestens um ein Viertel.§ 148 Absatz 1 Nr. 4 SGB III
Abfindung und FristEndet das Arbeitsverhältnis gegen Abfindung früher, als es die ordentliche Kündigungsfrist des Arbeitgebers erlaubt hätte, ruht der Anspruch zusätzlich bis zu dem Tag, an dem es bei Einhaltung der Frist geendet hätte.§ 158 Absatz 1 SGB III
Wichtiger GrundLiegt ein wichtiger Grund vor und kannst du ihn nachweisen, tritt keine Sperrzeit ein. Ob er reicht, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.§ 159 Absatz 1 SGB III, fachliche Weisungen
Arbeitsuchend meldenSpätestens drei Monate vor dem Ende, bei kürzerem Vorlauf innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis. Eine verspätete Meldung kann eine Sperrzeit von einer Woche auslösen.§ 38 Absatz 1, § 159 Absatz 6 SGB III

Was heißt das für dich vor der Unterschrift? Drei Schritte, bevor du entscheidest:

  1. Folgen beim Arbeitslosengeld klären: Frag die Agentur für Arbeit, wie sie deinen konkreten Fall einschätzt, und lass dir die Antwort möglichst schriftlich geben. Die fachlichen Weisungen zu § 159 SGB III sind öffentlich einsehbar.
  2. Vertrag prüfen lassen: Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht sieht, ob Beendigungsdatum, Abfindung und Formulierungen die Risiken erhöhen oder senken. Das ist keine Formalie, sondern kann über Wochen ohne Einkommen entscheiden.
  3. Rechnen: Stell Abfindung, mögliche Sperrzeit und weniger Anspruchstage nebeneinander. Erst dann weißt du, ob das Angebot für dich wirklich gut ist.

Das ist keine Rechtsberatung. Die Angaben geben den Wortlaut der genannten Vorschriften wieder, im Einzelfall kommt es auf Details an, die nur die Agentur für Arbeit oder eine Rechtsberatung beurteilen kann.

Vor der Unterschrift: fünf Karriere-Fragen

Diese fünf Fragen ersetzen keine rechtliche Prüfung. Sie sorgen dafür, dass du nicht nur das Ende, sondern auch den Anfang danach im Blick hast:

1 Habe ich genug Zeit zum Prüfen? Nicht unter Druck unterschreiben Bedenkzeit ausdrücklich erbitten 2 Weiß ich, wohin ich beruflich will? Zielrolle und Marktwert grob klären Ohne Ziel fehlt die Verhandlungsbasis 3 Was nützt meinem nächsten Schritt? Zeugnis, Freistellung, Outplacement, Termin Was ist für dich verhandelbar? 4 Ist der Vertrag rechtlich geprüft? Fachanwalt für Arbeitsrecht fragen Sperrzeit mit der Agentur klären 5 Steht mein Plan für die Zeit danach? Unterlagen, Kontakte, Zeitplan Bewerbung vor dem letzten Tag starten
Entscheidungsweg vor der Unterschrift. Keine Rechtsberatung, die rechtliche Prüfung übernimmt ein Fachanwalt.

Lass dir Zeit. Ein Vertragsangebot, das sofort unterschrieben werden soll, ist kein guter Ausgangspunkt für eine Entscheidung dieser Tragweite. Bitte ausdrücklich um Bedenkzeit und nutze sie.

Was für deinen Weg verhandelbar sein kann

Ein Aufhebungsvertrag ist ein Vertrag, und Verträge lassen sich verhandeln. Für deine Karriere sind oft diese Punkte relevant:

  • Zeugnis: Inhalt, Note und Zeitpunkt der Ausstellung. Wie du die Noten liest, steht in Arbeitszeugnis verstehen.
  • Freistellung: Zeit für die Jobsuche bei laufendem Gehalt.
  • Outplacement: Unterstützung bei der Neuorientierung auf Kosten des Arbeitgebers, siehe Was ist Outplacement-Beratung?
  • Beendigungstermin: Ein späteres Ende kann Zeit für die Suche verschaffen.
  • Abfindung: Sie ist kein Automatismus. Das Kündigungsschutzgesetz kennt nur einen Sonderfall (§ 1a KSchG), alles andere ist Verhandlungssache. Details klärt ein Fachanwalt. Übliche Höhen, Steuern und einen Rechner findest du in Abfindung bei Kündigung.

Welche dieser Punkte in deinem Fall realistisch sind, hängt von Arbeitgeber, Situation und Verhandlungsposition ab. Auch hier gilt: erst rechtlich beraten lassen, dann verhandeln.

Was jetzt beruflich zählt

Sobald ein Aufhebungsvertrag im Raum steht oder unterschrieben ist, beginnt eine Phase, die sich aktiv gestalten lässt, statt sie einfach über sich ergehen zu lassen:

  • Standort klären. Welche Erfahrung, welche Erfolge aus der bisherigen Position lassen sich extern verständlich machen, unabhängig von interner Konzernsprache.
  • Unterlagen aktualisieren. Lebenslauf und Positionierung an den nächsten Schritt anpassen, nicht erst kurz vor der ersten Bewerbung.
  • Marktwert einordnen. Gerade nach vielen Jahren im selben Unternehmen ist eine realistische Einschätzung des eigenen Marktwerts oft der größte Unsicherheitsfaktor.
  • Zeitplan setzen. Wie viel Zeit bleibt bis zum letzten Arbeitstag, und wie lässt sich diese Zeit für die Suche nutzen.

Wurde deine Stelle durch Reorganisation oder Stellenabbau aufgelöst? Dann lohnt sich zusätzlich ein Blick auf arbeitgeberfinanzierte Outplacement-Beratung, falls dein Arbeitgeber sie anbietet.

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Warum der Zeitpunkt vor dem letzten Arbeitstag zählt

Ein häufiger Fehler: Erst nach dem letzten Arbeitstag mit der Jobsuche beginnen. Wenn zwischen Unterschrift und Austritt noch Wochen oder Monate liegen, oft in einer Freistellung, lässt sich diese Zeit parallel nutzen, Standortbestimmung, neue Unterlagen, erste Gespräche. Wer wartet, bis die Stelle formal endet, verschenkt genau die Zeit, die am wertvollsten wäre. Wurde dir statt eines Aufhebungsvertrags gekündigt, gelten eigene Fristen, siehe Kündigung erhalten: Was tun? Droht ein Stellenabbau, hilft Stellenabbau: Was tun, wenn die Kündigung droht?

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Den Übergang im nächsten Gespräch erklären

Ein Aufhebungsvertrag muss im nächsten Vorstellungsgespräch nicht versteckt werden, aber auch nicht ausführlich gerechtfertigt. Eine kurze, sachliche Erklärung, „meine Position ist im Zuge einer Reorganisation entfallen, wir haben uns einvernehmlich auf einen Aufhebungsvertrag geeinigt", reicht in der Regel aus. Je entspannter der Tonfall, desto weniger wirkt es wie eine Rechtfertigung. Nenne danach sofort, was du als Nächstes willst, und lenke das Gespräch auf deine Erfahrung. Mehr zur Vorbereitung auf solche Fragen: Vorstellungsgespräch vorbereiten.

Häufige Fragen zum Aufhebungsvertrag

Was ist ein Aufhebungsvertrag?

Ein Aufhebungsvertrag ist eine einvernehmliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, das Arbeitsverhältnis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu beenden, anders als bei einer einseitigen Kündigung. Die genauen rechtlichen und finanziellen Details (Abfindung, Sperrzeit, Fristen) sollten immer individuell geprüft werden, das ist keine pauschale Rechtsberatung.

Warum ist ein Aufhebungsvertrag besser oder schlechter als eine Kündigung?

Das hängt vom Einzelfall ab. Für den Aufhebungsvertrag spricht, dass sich Zeitpunkt, Zeugnis, Freistellung und Unterstützung bei der Suche oft aushandeln lassen. Dagegen kann eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld sprechen. Eine allgemeine Antwort gibt es nicht, lass den konkreten Vertrag vor der Unterschrift rechtlich prüfen.

Welche Nachteile hat ein Aufhebungsvertrag?

Der wichtigste Punkt aus Sicht der Agentur für Arbeit: Ein Aufhebungsvertrag gilt als Lösung des Beschäftigungsverhältnisses und kann beim Arbeitslosengeld eine Sperrzeit auslösen, grundsätzlich zwölf Wochen, sofern kein wichtiger Grund vorliegt. Weitere rechtliche Folgen prüft ein Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Gibt es beim Aufhebungsvertrag eine Sperrzeit?

Häufig ja. Die Agentur für Arbeit wertet einen Aufhebungsvertrag als Lösung des Beschäftigungsverhältnisses durch dich. Ohne wichtigen Grund ruht das Arbeitslosengeld für eine Sperrzeit von grundsätzlich zwölf Wochen (§ 159 SGB III), und die Anspruchsdauer mindert sich dann mindestens um ein Viertel (§ 148 SGB III). Endet das Arbeitsverhältnis gegen Abfindung vor Ablauf der Kündigungsfrist, kann der Anspruch zusätzlich ruhen (§ 158 SGB III). Kläre deinen Fall vor der Unterschrift mit der Agentur für Arbeit oder einem Fachanwalt. Das ist keine Rechtsberatung.

Worauf muss ich bei einem Aufhebungsvertrag achten?

Rechtlich auf Fristen, Abfindung, Sperrzeit und Regelungen zum Zeugnis, das klärt ein Fachanwalt. Beruflich auf drei Dinge: ausreichend Zeit für die Entscheidung, Inhalt und Note des Zeugnisses sowie Zeit und Unterstützung für den Übergang.

Wie viel Geld bekommt man bei einem Aufhebungsvertrag?

Es gibt keinen pauschalen Betrag. Eine Abfindung ist kein Automatismus, das Kündigungsschutzgesetz kennt nur einen Sonderfall (§ 1a KSchG: 0,5 Monatsverdienste pro Beschäftigungsjahr bei einem Angebot im Kündigungsschreiben). Alles andere ist Verhandlungssache. Lass dich dazu rechtlich beraten.

Sollte ich vor der Unterschrift rechtlichen Rat einholen?

Für die rechtlichen und finanziellen Details ja, dafür sind Fachanwälte für Arbeitsrecht oder eine Rechtsberatung zuständig, nicht dieser Artikel. Für die Frage, wie es beruflich danach weitergeht, ist der richtige Zeitpunkt für eine Standortbestimmung schon jetzt, nicht erst nach der Unterschrift.

Wie lange dauert es normalerweise bis zur nächsten Stelle?

Das hängt stark von Branche, Position und Vorbereitung ab und lässt sich nicht seriös pauschal beziffern. Klar ist: wer erst nach dem letzten Arbeitstag mit der Vorbereitung beginnt, verliert wertvolle Zeit, die sich während der laufenden Kündigungsfrist oder Freistellung parallel nutzen lässt.

Muss ich die Kündigung oder den Aufhebungsvertrag im nächsten Vorstellungsgespräch erklären?

In der Regel ja, zumindest kurz. Eine sachliche, kurze Erklärung ohne Rechtfertigungston wirkt deutlich souveräner als Ausweichen oder eine lange Verteidigungsrede.

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Quellen

Keine Rechtsberatung. Angaben zu rechtlichen oder finanziellen Aspekten eines Aufhebungsvertrags ohne Gewähr, verbindliche Auskunft geben ausschließlich Fachanwälte für Arbeitsrecht oder eine individuelle Rechtsberatung. Autor: Rolf Bleisteiner (Mr. Lebenslauf), Inhaber expert-careers (Personalberatung für Maschinenbau und industrielle Spitzentechnologie seit 2018) und Mitinhaber expert-academy. Weiterführend: Berufliche Neuorientierung: Wann sie sinnvoll ist

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt.

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